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Le Petit Train d'Auteuil
by Claude d'Esplas
 

 

Dunsa Manor (Yorkshire) Die Hunde, die Katzen


Le Petit Train d'Auteuil by Claude d'Esplas

 

Die Hunde : eine schware rabelais’sche “lycisque orgoose”, etwa zehn Jahre, die auf den Namen Gemma antwortet; ein enormer beige-brauner Rüde, Rex genannt; ein kleiner Pugh Hund, der auf den Namen Flashy antwortet - oder auch nicht, je nach Laune. Flashy scheint alle schlechten Eigenschaften in sich anzuhäufen: homosexuell mit einem, beunruhigend mit dem anderen; greift das jüngste der Kinder, auf das er sichtlich eifersüchtig ist, an, schmiegt sich in den Schoss seiner Herrin, alle vier Pfoten nach oben, springt auf die Knie seines Herrn, um dort die Wohlgerüche Arabiens zu entdecken (Colonel B. war in der Tat in Kairo, Colombo, Singapour, etc. stationiert)..



Die Katzen :
eine von ihnen hat kein Bürgerrecht; mit Namen Hennie (Honey = Honig im Dialekt von Yorkshire), 20 Jahre alt, die keine Kraft mehr hat, aufzustehen, verfilztes Fell, schrille Stimme, klagend, aber, scheint es, immer noch ohnegleichen, wenn zufällig auf dem Tisch ein unbewachtes Stück Fleisch herumliegt.


Dunsa Manor, Dalton, Richmond, Yorkshire, Britain

Dunsa Manor, Dalton, Richmond, Yorkshire, Britain
Photo Credit Alastair Sawday's

Dunsa Manor (Fortsetzung.)

            Es ist eine Art physische Freude, auf den Rost des Kamins enorme Stücke Anthrazit zu legen, geradewegs aus dem viktorianischen England. Von samtigem Aussehen, brennen sie mit erstaunlicher Leichtigkeit, während der “Lieblingsjagdhund am Feuer sitzen und stinken darf, wie er Lust hat”. “Dunsa Manor” erhebt sich in East Layton inmitten von dreihundert Hektar Land. Maurice B., Colonel Seiner Majestät, ging am D-Day in der Normandie an Land, mit den Angriffswellen um 7Uhr30, und heilfroh, sagt er, nicht bei den allerersten gewesen zu sein.

           Sein Nachbar, Colonel Mac Millan, kommt jeden Samstagmorgen zum Jagen. Gross, kräftig, rotes Gesicht, “Kagatos”, wie die Griechen der klassischen Epoche sagten. Zur Kaffeezeit vertraut er uns an, dass er aus einer alten französischen Bankiersfamilie stammt (Pinatel oder Pignatel), verwandt mit den Cossé-Brissac, von denen einer der “boy-friend” der Dubarry war. Colonel Mac Millan hat sich gerade einen Renault R16, metallisch grau, geleistet, zu dem ihm alle Welt gratuliert. Vor einigen Monaten hat ihm die Armee eine Reise um die Welt spendiert: Tahiti entpuppte sich als die Perle dieser Tour; dort wurde er glanzvoll von der französischen Armee empfangen. Bei der Jagd ist Colonel Mac Millan ganz besonders ungeschickt. Heute (zu Ehren seiner Gäste?) hat er zwei Fasanen “heruntergeholt”, die in den Alleen spazierengingen und Vertraulichkeiten austauschten. Colonel Mac Millan ist darüber mehr aufgeblasen als der Pfau, der auf der Terrasse des Herrenhauses auf- und abgeht, umso mehr, als sein alter Freund und Jagdrivale Colonel B. ebenfalls zwei “heruntergeholt” hat (“Ganz ausnahmsweise!”, vertraut mir sein Sohn zwischen zwei Türen an). Die beiden Helden tauschen Komplimente aus, während die Damen, zum Schauspiel geladen, die vor dem Haupteingang des Hauses auf dem Kies liegenden elf Stücke (darunter eine wilde Ente) bewundern, wobei Flashy höchst gleichgültig zusieht.

           Im Bad des Erdgeschosses hat die junge Gastgeberin ihre nachtblauen Leggings, mit diskreten rosa Ornamenten, liegenlassen. Flashy wird dort vielleicht ein exotisches Parfüm entdecken.

           Am Tag nach Weihnachten (Boxing Day), der Tag, an dem die Geschenke gegeben werden, zum Mittagessen bei den Bs. in Bedale eingeladen. Das ist auch der Tag der jährlichen grossen Hetzjagd. Schwarze Jacketts, rote Jacketts, weisse Reithosen, Zylinder für die Reiter, Kappen für die Reiterinnen, deren Schenkel und Sitzflächen den Stoff so stramm ziehen, dass man sie für Männer halten könnte, wenn nicht die Falte im Schritt wäre, die unter dem makellosen Weiss nur schlecht das “bewundernswert gewölbte” Weibliche, bevorzugte Nascherei eines gewissen “Prix Femina”, Vertrauter der schönen Anita, verbirgt.
           Nach dem Essen, im Rauchzimmer, dekretiert T.B. zwischen zwei etwas lockeren Prahlereien: “They see us as gentlemen in top hats, violating the daughters of the poor” (sie sehen uns als Herren im Zylinder, die die Töchter der Armen vergewaltigen). Gar nicht schlecht gesagt!

           In der Kirche von Ravensworth wird Pastor Row, obwohl ein Kind von Yorkshire, als etwas hochmütig angesehen. In seiner Predigt detailliert er, wie er zu Weihnachten einer Nachbargemeinde geholfen hat; aber er erklärt es auf solche Weise, dass man da ein Wunder sehen könnte; nun glaubt die anglikanische Kirche nicht an Wunder. Hält er sich für den alten Priester Peter Gillighan von W.B. Yeats?

           Pastor Row, der gerade vor sechs Monaten seine Frau verloren hat, findet Trost bei zwei anderen Pfarrkindern, die alle Jahre die Kirche mit Leidenschaft schmücken: ihre beiden Kinder sind vor elf Jahren in einem der romantischen Seen ertrunken, die William Wordsworth und seiner Schwester Dorothy, Bewohner von Dove Cottage in den Jahren 1799 bis 1808, so lieb waren.

           Der Küster sammelt die Kollekte ein: grüne Banknoten, rote Banknoten, dicke Silbermünzen häufen sich auf dem Teller. Der Küster, Bruder eines Barons der Nachbarschaft, präsentiert die Frucht seiner Kollekte dem Pastor, der sich herunterbeugt, um die Einnahme von hinter seiner scharfen Brille besser zu prüfen (wir sind in Yorkshire), bevor er die Gabe der roten Glühbirne des heiligen Sakraments darbietet.

           Bei Tisch neulich abends sprach J.B. von Bertrand Russell, “charmanter Mann”, mit dem zu telefonieren sie Gelegenheit hatte, als sie noch im Journalismus tätig war. Sofortige Einsprache ihrer Schwiegermutter: “Ich hasse Leute, die nicht den Glauben haben!” Ich bringe J.B. zum Lachen (in einem beiseite), indem ich ihr anvertraue, dass beim Hören dieser Überlegung “I was shaking in my ‘Church’s shoes’ “.

           Der Vater von J.B., hervorragender Arzt, der Cambridge mit “honours” verlassen hat, Chef einer Sanitätseinheit, ist auch am D-Day an Land gegangen, flankiert von einem Psychoanalysten, der das Landungsboot begleitete, um die Wirkung der Landung auf die Moral der Truppen zu beobachten. Der Psychoanalyst ist der einzige unter den Touristen dieses Tages, der den Vater von J.B. um “etwas für die Nerven” gebeten hat.
           Dr. B. ist kurz danach auf eine Mine gesprungen : er widmet sich jetzt der Angelei, der Jagd und dem ... Whisky.
           In Dunsa, anlässlich einer Unterhaltung am Kamin über die Qualität englischer Schuhe, empfehlenswerte Marken, etc., einigen wir uns auf zwei oder drei grosse Namen. Colonel B. fragt mich, wie ich es schaffe, die schwarzen Schuhe, die ich an den Füssen trage, so zum Glänzen zu bringen. Ich teile ihm das Rezpt (wenn es eins gibt) vom feuchten, mit Schuhcreme beschmierten Tuch mit. Wir verlieren uns in solchen Exzessen von Byzantinismus, dass man uns als Snobs (sine solo) behandelt, was in einem Land, wo man angeblich eine Herzogin an ihren Schuhen erkennt, die Höhe ist!

           Am Vorabend bestand der Colonel darauf, dass meine mit Schlamm beschmutzten Hush Puppies (amerikanische) Mrs. D., der Köchin, zur Reinigung übergeben wurden. Am nächsten Morgen finde ich meine Hush Puppies (“better than new”, besser als neu) auf der Schwelle vor meinem Zimmer; aber ich hatte inzwischen erfahren, dass Mrs. D. sich nur um die Küche kümmert (elementar, mein lieber Watson!), daher meine sehr grosse Verwirrung.

Paris

Die Hunde :


           An der Haltestelle für Bus 22, auf den ich warte, erscheint eine Gruppe Schülerinnen vom Lycée Molière. Wir steigen ein. Die Türen schliessen sich wieder, aber der Bus fährt nicht ab, weil er die Spur für einen Feuerwehrwagen mit heulender Sirene freilassen will. Unter glänzenden Helmen die Kindergesichter der jungen Feuerwehrmänner, von denen einer einen braunen Spaniel, der ihm auf den Knieen sitzt, streichelt. Und die jungen Damen platzen vor Lachen “er nimmt seinen Hund mit, er nimmt seinen Hund mit” ! Ich denke, dass der kleine Hund mit seinem Herrn zum Feuer geht, um eventuelle Spuren von Gas zu entdecken, und dass er wie ein guter, ernsthafter Arbeiter aussieht, ein wenig traurig, wie alle Wauwaus, die sich ihr Leben verdienen müssen. Ich sehe auch wieder diesen Blindenhund vor mir, der auf Wunsch seiner Herrin vor einem Briefkasten am Place Michel-Ange-Auteuil angehalten hat und der verzweifelt die Augen hob ... zu mir, da er sah, dass sie nicht das gewünschte Objekt sah. Ich habe mich fast geschämt (ich habe mich geschämt !), in die Arbeit dieses netten Freundes einzugreifen.


Paris

Die Hunde : (Fortsetzung)


           Als ich langsam bei einem Schaufensterbummel die Avenue Beethoven hinuntergehe, fühle ich plötzlich einen stumpfen, weichen Schlag gegen mein Bein. Ein Hund versichert mich seiner Zuneigung. Was für eine wunderbare Sache, dieser unbekannte Hund, der mir abrupt sagt: “Ich liebe dich” ... Wie jemand gesagt hat: “Wir wissen nicht immer, dass wir geliebt werden, aber wir wissen fast immer, wenn dies nicht der Fall ist”.

Editions SOUBIE 2003
12230 - L’HOSPITALET DU LARZAC - FRANCE

Übersetzung : Dagmar Coward Kuschke (Tübingen)

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